Ergebnis statt Erlebnis

Ein 2:2 im „Kellerduell“ bei Darmstadt 98 – was soll man jetzt davon halten als Fan von Werder Bremen. So schlecht ist es nicht, sage ich mal. Ein Erlebnis war die Partie sicher nicht, das Zuschauen tat phasenweise richtig weh. Am Ende steht aber ein Ergebnis, mit dem man leben kann.

Wer vom Bremer Gastspiel in Darmstadt irgendwas erwartet hat, ist im Grunde selber schuld. Spiele in Darmstadt sind eigentlich nie schön, immer sehr schwierig und für Werder selten erfolgreich. Aus Gründen: Auch heute hatte Bremer wieder gewaltige Probleme mit dem Gegner, wirkte irgendwie nicht gut vorbereitet und taktisch nicht unbedingt auf der Höhe. Vielleicht gibt aber auch der Kader gegen ein Team wie Darmstadt 98 einfach nicht mehr her.

Es war ein echtes Kackspiel. Halbzeit eins aus Bremer Sicht eine Katastrophe ohne echte Chance. Werder reduzierte sich freiwillig auf eine Kampf-Einheit – eine Kategorie, in der man es schwer mit Darmstadt 98 aufnehmen kann. Mentalität ist eben nicht alles im Fußball. Im zweiten Abschnitt wurde dann mehr gespielt, was vor allem an einer Person lag. Serge Gnabry, zur Pause von der Außenbahn ins Zentrum gezogen, riss das Team spielerisch im Alleingang mit, wurde oft schon vom erneut sehr tief agierenden Aufbauspieler Florian Grillitsch sehr früh angespielt, um die Angriffe einzuleiten. Gnabry brachte so mehr Tempo und sogar etwas Kreativität ins Bremer Spiel.

Insgesamt war es aber ein bescheidener Auftritt der Bremer. Was nicht falsch zu verstehen ist: Woher soll Werder auch auf einmal zaubern oder konstant überzeugen? Das zu verlangen oder zu erwarten, wäre ungerecht. Es gab ein paar gute Momente, einen erneut sehr erfreulichen Gnabry, aber auch gewohnte Probleme in den bekannten Bereichen: Dazu gehört nach wie vor das Aufbauspiel und die Offensivkraft im zentralen Zonen. Weder Clemens Fritz, noch Zlatko Junuzovic können hier aktuell überzeugen, gerade defensive Gegner wie Darmstadt zeigen dieses Manko um so deutlicher.

Und was ist nun mit Alexander Nouri, dem Interimstrainer? Der ist seiner Linie treu geblieben, hat voll auf Motivation, aber weniger auf Spielstärke gesetzt (so ließ er den zuletzt formstarken Stürmer Aron Johannsson in Bremen). Das ist okay, am Ergebnis muss er sich dann aber auch messen lassen. Ein Punktgewinn in Darmstadt ist im aktuellen Rahmen der realistischen Erwartungen schon solide, da kann und muss man als Fan mit leben.

So richtig überzeugt hat mich Nouri aber trotz des deutlichen Aufwärtstrends bisher noch nicht, was aber natürlich auch daran liegt, dass ich mit Motivationstrainern nicht so sonderlich viel anfangen kann.Schwer zu sagen, ob Nouri nun „der Richtige“ für Werder Bremen ist und wie er das Team in Zukunft jenseits der Motivationsschiene auf Kurs bringen kann. Darmstadt war für ihn der dritte Test nach Mainz und Wolfsburg – in den ersten beiden hat mir seiner Arbeit besser gefallen. Was aber wohl erwartbar war, denn in Darmstadt kann man eigentlich nichts gewinnen. Ein Kackspiel halt.

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