Nouri, Werder, Mainz und immer wieder Augsburg

Jetzt hat also Alexander Nouri sein „Endspiel“ gewonnen und Werder Bremen erstmals in 2017 drei Punkte geholt. Ich atme durch, freue mich drüber – aber das waren schon merkwürdige Wochen zuletzt. Vier Niederlagen in Folge sind immer bitter und na klar, da kann man dann auch über den Trainer diskutieren, wenn man will. Ich bin nicht nah genug dran, um mich zur Trainerfrage nachhaltig äußern zu wollen, ich muss mit den Argumenten leben, die auf dem Markt sind. Ich habe vieles gelesen und (wohl auch) verstanden, so recht überzeugend fand ich das aber nicht.

Jetzt, nach dem 2:0-Sieg beim FSV Mainz 05, verstehe ich aber vieles auch nicht so recht. „Die Mannschaft hat es geschafft, ein ganzes Spiel lang kompakt zu verteidigen“, analysiert der Weser-Kurier den Bremer Dreier. Aber war das wirklich so? Hat Werder da jetzt am Samstag wirklich so viel anders gemacht als zuletzt in Augsburg, gegen Gladbach, den BVB oder die Bayern. Gab es eine starke Nouri-Reaktion, ein neues Werder?

Das Spiel nicht immer vom Ergebnis her erklären

Ich sage mal: Nein. Da muss man Nouri wohl gegen seine Fans verteidigen. Manches im Bremer Spiel war in den letzten Wochen sogar besser als gestern in Mainz, aber eben auch brotloser. Mainz hatte eine ganz normale Anzahl guter bis sehr guter Torchancen, mehr hatte der FC Augsburg auch nicht gegen Werder – doch die gewannen 3:2. Besser verteidigt hat Bremen insgesamt also nicht. Die Gründe für den Bremer Sieg sind wohl eher in dem Bereich zu suchen, der den Fußball letztlich ausmacht: Irgendwo hinter dem Komma, im Kleingedruckten. Alles andere hieße, ein Fußballspiel nur vom Ergebnis her zu erklären.

Denn mal im Ernst: Werder Bremen ist unter Alexander Nouri längst keine Wundertüte mehr. Das war so unter Viktor Skripnik, wo nach berauschenden Spektakel-Siegen regelmäßig desaströseste Einbrüche folgten. Jedes Würfelspiel war verlässlicher als der SVW. Nun aber bietet Werder konstant ähnliche Leistungen an. Keine krassen Ausrutscher nach unten, insgesamt Verbesserungen in fast allen Bereichen, aber eben keine gewaltigen Sprünge – die aber auch nicht zwingend zu erwarten sind in der Bundesliga.

So wenig liegt zwischen einem 2:0 und einem 2:3

Nouri hat gegen Mainz gemacht, was Nouri auch zuletzt gemacht hatte. Dieses Mal kamen ein paar Faktoren zu seinen Gunsten dazu: Eine frühe Führung, plötzliche effektive Standards, das nötige Glück im Spielverlauf und ein richtig starker Torwart Felix Wiedwald, der genau die Bälle parierte, die er gegen Augsburg noch durchließ. Das alles gab es zuletzt selten bis gar nicht. So wird dann aus einem 2:3 ein 2:0.

Jaa, Nouri hat auch umgebaut, Viererkette und Clemens Fritz wieder rein, das sind sicher auch Faktoren, aber umgebaut hatte er auch schon vorher immer mal – die Ergebnisse waren meist ordentlich, selten mal lag er krass daneben. Zur Erinnerung: Es wurde zuletzt kritisiert, Serge Gnabry sei in der Mitte verschenkt. Gegen Mainz spielte er wieder dort – und machte das nicht schlecht, ein Tor inklusive. Ich denke, insgesamt hat eher die Konstanz der Entwicklung seit November 2016 als der spontane Wechsel der Grundausrichtung den Ausschlag zum Erfolge gegeben.

Qualität, Probleme und Punkte

Die Spiele in Augsburg und Mainz bilden das aktuelle Werder-Leistungsspektrum ganz gut ab. Bremen kämpft und kickt halbwegs strukturiert, ist auf Augenhöhe unterwegs, hat sicher genug Qualität, um die Klasse zu halten und hat seinen Stil inzwischen gefunden. Das ist gut, aber eben keine Garantie gegen den Abstieg – oder für Punkte. Es gibt in jedem Spiel der Bremer etwas zu loben, aber auch etwas zu kritisieren. Gegen Mainz (und auch gegen Augsburg) war auffällig, dass Lamine Sané große Probleme hat, bullige Mittelstürmer zu verteidigen. Fast alle gegnerischen Torchancen hatten mit diesen Zweikämpfen zu tun. Dafür hat es Werder gegen Mainz auf den Außenbahnen deutlich besser gespielt als gegen Augsburg. So oder so: Es war keine kompakte Verteidigung über 90 Minuten, sondern ein normals Werder-Spiel mit dem nötigen Glück – Spiele mit Pech gab es auch schon reichlich in den letzten Wochen und Monaten.

Man liest es ja, wie mich der FC Augsburg verfolgt. Auch und ganz besonders beim Blick auf die Tabelle. Werder fehlen die gegen den FCA so unfassbar blöd verschenkten Punkte schmerzlich. Mit nun 22 Punkten stünde man vor Augsburg und hätte eine prima Situation im Abstiegskampf. Diese merkwürdige Nouri-Woche hätte es nie gegeben in Bremen. So aber bleibt es sehr angespannt, Werder fehlen ein paar Punkte, die Saison ist aber natürlich auch noch lang genug. Es wird am Ende darauf ankommen, ob Nouris neue Werder-Stabilität (im Team insgesamt) für Punkte reicht – und dafür müssen eben viele Kleinigkeiten stimmen. Also mehr vom Mainz-Spiel und weniger von Augsburg. Aber wie man das macht? Ich habe keine Ahnung.

P.S.: Eine „Summe von Details“ sieht auch Cedric Voigt in seiner wie immer lesenswerten Taktik-Analyse bei der Kreiszeitung als Ursache für den Werder-Sieg in Mainz.

 

Werder und Nouri: Zeitspiel als beste Lösung

Es soll also weitergehen mit Alexander Nouri. Laut „Bild“ soll der Noch-Interimstrainer am Sonntag als Cheftrainer bis Saisonende unterschreiben, laut „Weser-Kurier“ soll Nouri zunächst nur bis zum Winter eine Zusage bekommen.

So oder so: Momentan ist es nicht vermittelbar, sich von Nouri zu trennen. Er hat die Bremer wieder zu einer Mannschaft gemacht, diese spielt sogar auf Augenhöhe mit der Konkurrenz, das Publikum steht wieder hinter ihr und Punkte sind inzwischen auch auf dem Konto. Nouri hat (mit seinem Team) binnen weniger Tage gute Arbeit mit sichtbaren Ergebnissen geleistet – und gute Arbeit darf auch belohnt werden.

Ob Nouri nun aber der Mann ist, der Werder perspektivisch zurück zu alter Stärke führt, weiß ich nicht. Und ich habe das Gefühl, dass auch Werders Verantwortliche das nicht wissen und sich da erstaunlich unsicher sind. Für mich daher die logische Konsequenz: Nouri darf zunächst bis zum Winter weitermachen, dann lässt sich ein belastbareres und nüchternes Fazit ziehen. Nicht nur, was den Tabellenstand angeht (am Ende wird jeder Trainer an Punkten gemessen), sondern auch, was Entwicklung der Mannschaft angeht. Auch wenn es sich seit Jahren anders anfühlt, aber Bremen hat immernoch den Anspruch, irgendwie aus diesen Tabellenregion herauszukommen und sich deutlich weiter oben zu etablieren.

Aktuell ist es für die Werder-Verantwortlichen schwierig, eine Trainerentscheidung zu treffen. Alex Nouri nun zur U23 zurückzuschicken, weil man perspektivisch von ihm womöglich nicht überzeugt ist, ist im Grunde unmöglich. Ein neuer Trainer hätte eine große Bürde zum Start, denn Nouri ist bei den Fans beliebt und würde wie ein Geist über dem neuen Trainer schweben. Andererseits haben die Werder-Bosse offenkundig auch die Befürchtung, sich in der aktuellen Situation erneut zu stark von Emotionen leiten zu lassen und die nächste nicht nachhaltige Trainerentscheidung zu treffen. Zur Erinnerung: Der Vertrag mit Viktor Skripnik wurde nach dem Klassenerhalt im Sommer gleich mal verlängert. Da waren sicherlich Emotionen im Spiel – und nicht sehr hilfreich.

Die Lösung, Nouri bis zum Winter die Chance zu geben, hat eigentlich nur Vorteile für den Verein. Werder Bremen kann eine kontigente Entscheidung über die Zeitschiene beantworten, was ja eine gängige Maßnahme ist. Aktuell besteht kein gesteigerter Handlungsbedarf, denn Nouri liefert Punkte und Erfolge, das kann man zumindest kurzfristig so laufen lassen. Und gleichzeitig haben die Werder-Bosse nun Zeit, mit anderen Kandidaten zu sprechen, um am Ende die beste Entscheidung für den Verein zu treffen (welche auch immer das sein mag). Wenn Nouri, der offenbar das Vertrauen der Spieler genießt, weiter so liefert, wird es im Winter ohnehin eine leichte Entscheidung für Frank Baumann und Co.

[UPDATE: Am Sonntag wurde Nouri zum Cheftrainer ernannt – zunächst bis zum Saisonende. Für mich die zweitbeste Lösung in der aktuellen Situation. Nun bin ich mal gespannt, wie er seinen Job erledigt.]

Ergebnis statt Erlebnis

Ein 2:2 im „Kellerduell“ bei Darmstadt 98 – was soll man jetzt davon halten als Fan von Werder Bremen. So schlecht ist es nicht, sage ich mal. Ein Erlebnis war die Partie sicher nicht, das Zuschauen tat phasenweise richtig weh. Am Ende steht aber ein Ergebnis, mit dem man leben kann.

Wer vom Bremer Gastspiel in Darmstadt irgendwas erwartet hat, ist im Grunde selber schuld. Spiele in Darmstadt sind eigentlich nie schön, immer sehr schwierig und für Werder selten erfolgreich. Aus Gründen: Auch heute hatte Bremer wieder gewaltige Probleme mit dem Gegner, wirkte irgendwie nicht gut vorbereitet und taktisch nicht unbedingt auf der Höhe. Vielleicht gibt aber auch der Kader gegen ein Team wie Darmstadt 98 einfach nicht mehr her.

Es war ein echtes Kackspiel. Halbzeit eins aus Bremer Sicht eine Katastrophe ohne echte Chance. Werder reduzierte sich freiwillig auf eine Kampf-Einheit – eine Kategorie, in der man es schwer mit Darmstadt 98 aufnehmen kann. Mentalität ist eben nicht alles im Fußball. Im zweiten Abschnitt wurde dann mehr gespielt, was vor allem an einer Person lag. Serge Gnabry, zur Pause von der Außenbahn ins Zentrum gezogen, riss das Team spielerisch im Alleingang mit, wurde oft schon vom erneut sehr tief agierenden Aufbauspieler Florian Grillitsch sehr früh angespielt, um die Angriffe einzuleiten. Gnabry brachte so mehr Tempo und sogar etwas Kreativität ins Bremer Spiel.

Insgesamt war es aber ein bescheidener Auftritt der Bremer. Was nicht falsch zu verstehen ist: Woher soll Werder auch auf einmal zaubern oder konstant überzeugen? Das zu verlangen oder zu erwarten, wäre ungerecht. Es gab ein paar gute Momente, einen erneut sehr erfreulichen Gnabry, aber auch gewohnte Probleme in den bekannten Bereichen: Dazu gehört nach wie vor das Aufbauspiel und die Offensivkraft im zentralen Zonen. Weder Clemens Fritz, noch Zlatko Junuzovic können hier aktuell überzeugen, gerade defensive Gegner wie Darmstadt zeigen dieses Manko um so deutlicher.

Und was ist nun mit Alexander Nouri, dem Interimstrainer? Der ist seiner Linie treu geblieben, hat voll auf Motivation, aber weniger auf Spielstärke gesetzt (so ließ er den zuletzt formstarken Stürmer Aron Johannsson in Bremen). Das ist okay, am Ergebnis muss er sich dann aber auch messen lassen. Ein Punktgewinn in Darmstadt ist im aktuellen Rahmen der realistischen Erwartungen schon solide, da kann und muss man als Fan mit leben.

So richtig überzeugt hat mich Nouri aber trotz des deutlichen Aufwärtstrends bisher noch nicht, was aber natürlich auch daran liegt, dass ich mit Motivationstrainern nicht so sonderlich viel anfangen kann.Schwer zu sagen, ob Nouri nun „der Richtige“ für Werder Bremen ist und wie er das Team in Zukunft jenseits der Motivationsschiene auf Kurs bringen kann. Darmstadt war für ihn der dritte Test nach Mainz und Wolfsburg – in den ersten beiden hat mir seiner Arbeit besser gefallen. Was aber wohl erwartbar war, denn in Darmstadt kann man eigentlich nichts gewinnen. Ein Kackspiel halt.

Einfache Dinge und schwierige Entscheidungen

Mit neuem (Interims)Trainer und einem 2:1 gegen einen erstaunlich schwachen VfL Wolfsburg meldet sich Werder Bremen am 5. Spieltag also in der Bundesliga-Saison 2016/17 an. Dass der erste Erfolg erst in den Schlussminuten bzw. der Nachspielzeit zustande kam, ist dabei nebensächlich, da noch am Mittwoch ein möglicher Dreier gegen Mainz 05 (1:2) im selben Zeitraum verspielt wurde. So ist Fußball, würde Viktor Skripnik sagen, und damit hätte er mal Recht.

Nouri, zu Wochenbeginn als Skripnik-Nachfolger inthronisiert, tat genau das, was Interimstrainer eben so machen: Er nahm Einfluss auf das Team (wie auch Skripnik damals, als er Robin Dutt beerbte). Konkrete Maßnahmen von Nouri: Die Mannschaft starkreden, formschwache Spieler streichen, Talente reinschmeißen und vor allem die Abläufe vereinfachen. Erst gegen Mainz, nun nochmals verbessert gegen Wolfsburg ließ Nouri sein Werder-Team vor allem einfache Dinge tun. Möglichst konsequent verteidigen, diszipliniert und eher tief gestaffelt stehen, dann schnell umschalten und schauen, was nach vorne so geht. Und es ging durchaus einiges, ganz ohne Hexenwerk.

Der „Trainereffekt“ war bereits gegen Mainz erkennbar, gegen den VfL, der in Bremen sehr schwach auftrat, brachte er dann die ersten Punkte der Saison und eine Art emotionale Trendwende für Mannschaft, Verein und Stadt. Ob das nun reicht, damit Nouri das „Interims“ vor seinem Amt streichen darf? Dafür gibt es sicher Gründe, dagegen aber auch. Sollte man sich als Verein vom Trainereffekt leiten lassen, von den Emotionen im Weserstadion nach dem erlösenden Sieg gegen Wolfsburg? Oder muss eine Trainerentscheidung an anderen Kriterien gemessen werden? Und wenn ja, an welchen? Und hat Nouri diese anderen Kriterien mehr oder weniger als mögliche andere Kandidaten?

Ich kann alle Fragen getrost mit „keine Ahnung“ beantworten – und darf das auch gottseidank, denn ich bin ja kein Entscheider bei Werder Bremen. Gut so, denke ich mir da, denn ich wüsste es nicht, immer diese Entscheidungen, von denen dann sportlich wieder ein paar Jahre abhängen (mal abgesehen vom Glück [Wolfsburg] oder Pech [Mainz]). Man kann Frank Baumann und Co. da nur ein gutes Händchen und das nötige Glück wünschen. Ich halte mich jedenfalls inhaltlich aus den Trainerdebatten raus und mache lieber Alexander Nouri ein dickes Kompliment für seine Arbeit in den letzten sechs Tagen (ohne mich damit in der Trainerfrage zu positionieren). Diese Arbeit kann man bewerten, in Ergebnissen und Eindrücken. Und ich bewerte es sehr positiv. Für Werder Bremen war das ein großer Schritt nach vorne, nicht nur wegen der drei Punkte. Die Mannschaft hat gezeigt, dass trotz der vielen Ausfälle mit ihr zu rechnen ist – im Rahmen der Möglichkeiten, die Vereine wie Werder eben haben. Auf Augenhöhe mit acht bis zehn anderen Bundesligisten. Den Schritt hat Bremen nun, mit einigen Wochen Verspätung, gemacht.

Die Einzelkritik gegen Wolfsburg:

Drobny: Hielt, was zu halten war, was er aber auch halten musste, weil nix Unhaltbares dabei war. Klingt kompliziert, war es aber gar nicht. Eher ein ruhiger Abend. Note 3

Gebre Selassie: Sein mit Abstand bestes Saisonspiel. Den Satz lege ich mit jetzt auf StrgV, denn das gilt für jeden Bremer. Mich freut sein Siegtor sehr, ich mag Theo ja als Typen und als Spieler. Auch sonst eine ordentliche Partie mit erstaunlich viel Offensivdrang. Note 2,5

Veljkovic: Hat mir gut gefallen, auch wenn Wolfsburg ihn jetzt nicht sooo sehr gefordert hat. Schöne kurze Pässe im Spielaufbau, gutes Auge für das Spiel – um Längen besser als Diagne zuletzt. Note 3

Moisander: Sein Kopfball aus sechs Metern in den Bremer Nachthimmel in der Anfangsphase war recht peinlich, ansonten machte der Finne hinten aber einen souveränen Eindruck. Auch er war wie Nebenmann Veljkovic recht passicher im Aufbau, aber auch er hatte kaum mal Druck vom Gegner. Note 3,5

Bauer: Für sein Eigentor gibt es von weder Kritik nach Abzüge in der Note, das kann halt passieren im Fußball. Ansonsten ein solides Spiel auf links. Note 3,5

Grillitsch: So langsam kommt er wieder in Form – und das ist für das Werder-Spiel insgesamt Gold wert. Mit guten Szenen vorne und hinten, gerade im Spielverlauf immer mehr gute Pässe im Aufbau. Weiter so, bitte! Note 2,5

Fritz: Bärenstark im Zweikampf, enorm präsent auf dem Rasen. Leider gibt es ein Manko beim Kapitän: Zu oft folgen nach Ballgewinnen wieder Fehlpässe, zu oft trifft er in aussichtstreichen Situationen die falsche Entscheidung oder spielt einen ungenauen Pass. Heute gegen Wolfsburg auch wieder beobachtbar, aber am Ende nebensächlich. Note 3

Schmidt (eingewechselt für Fritz): Toll, wie Nouri die Youngster ins kalte Bundesliga-Wasser wirft. Und einige davon werden sich sicher freispielen. Seine Ecke führte zum 2:1-Siegtor, der Eckball davor war allerdings ganz schwach – aber so ist das nun mal mit den Talenten. Nicht zu benoten

Junuzovic: Ich bin ja Fan von Juno und glaube, dass Werder nur dann Erfolg haben wird, wenn Juno wieder in Topform kommt. Heute habe ich gesehen, dass es auch anders geht. Junuzovic war eher ein fleißiger und laufstarker Mitläufer, der sich in den Dienst der Mannschaft gestellt hat. Note 3,5

Hajrovic: Seit Nouri den untalentierten Bruder gegen das Original ausgetauscht hat, verstehe ich Hajrovic immer mehr. Ein Tempodribbler, der es gerne mal übertreibt, eigentlich nicht mein Spielertyp, ABER: Solange Werders Offensivstrukturen noch so überschaubar sind wie aktuell, muss es wohl oft über Eins-gegen-Eins-Duelle gehen. Und das ist Hajrovic derzeit eine gute Option, vor seinem Comeback ziehe ich jedenfalls den Hut, auch wenn gegen den VfL mehr schiefging als gelang. Note 3,5

Fröde (eingewechselt für Hajrovic): Durfte  das Siegtor noch auf dem Rasen miterleben. Nicht zu benoten

Gnabry: Überragender Autritt, einmal mehr. Der Junge ist bis oben hin voller Selbstvertrauen und traut sich alles zu – und davon gelingt auch noch sehr viel. Kurbelt an, passt, bringt Tempo und schließt auch noch selber ab. Ist aktuell DER Faktor in Bremens Offensive, schon jetzt nicht mehr wegzudenken. Note 2

Manneh: Ein sehr interessanter Spielertyp. Rieb sich auf, machte jede Menge Meter und war ein stets unangenehmer Gegenspieler für die VfL-Abwehrleute. Sehr ordentlicher Auftritt, noch etwas besser als zuletzt gegen Mainz. Ein Talent mit Perspektive. Note 3

Thy (eingewechselt für Manneh): Sein Hammer zum 1:1 leitete die Wende in der Schlussphase ein, es war sein erstes Bundesliga-Tor überhaupt. Bislang hinterließ Thy überhaupt keinen Eindruck auf mich, heute aber darf und muss er hier auch mal gelobt werden – und sei es nur für sein Tor. Note 3

 

 

Werder erlöst Viktor Skripnik

Nun also doch. Werder Bremen hat am Sonntag nach dem 1:4-Offenbarungseid bei Borussia Mönchengladbach die Leidenszeit von Trainer Viktor Skripnik und seinem Team beendet.

Man habe erkannt, dass blablabla, heißt es in der Pressemitteilung des Vereins. Im Grunde hat man lediglich erkannt, was man monatelang nicht sehen wollte. Wäre Werder mehr Verein als Familie, wäre allen Beteiligten diese unsägliche Phase wohl erspart geblieben.

Aber man muss die Kritik an Skripnik relativieren. Viktor Skripnik ist immer Viktor Skripnik geblieben. Werder hat bekommen, was es eingekauft hat. Im Sommer hätte er Werder um ein Haar in die Zweitklassigkeit geführt, ein Schnitt in der Sommerpause wäre logisch gewesen, aber nicht im Sinne des Vereins. Das ist ja alles längst bekannt, man vertraute Skripnik, verlängerte den Vertrag, ließ ihn einen Kader zusammenstellen und die Vorbereitung absolvieren.

Baumann und Bode massiv angezählt

Skripnik macht so weiter, wie man es aus der Vorsaison kannte. Aber um ihn herum wurde es immer obskurer. Frank Baumann, von Marco Bode als Ersatz für den Skripnik-Kritiker Thomas Eichin installiert, ließ sich nach dem Fehlstart sogar zu der (sorry für die Deutlichkeit) hirnverbrannten Aussage verleiten, Skripnik könne auch die nächsten acht Spiele verlieren und stünde dennoch nicht zur Diskussion. Eine Aussage wie ein Kündigungsgrund aus dem Lehrbuch. Wenn Soldatentreue bei Führungskräften die Vernunft ablöst, darf man da auch mal eingreifen. Dass Baumann wenige Stunde vor der Entlassung Skripniks noch ins TV-Mikro diktierte, man glaube an Skripnik, macht es nicht besser. Ein insgesamt peinliches Tauerspiel.

Noch mehr als Baumann ist aber nun Marco Bode angezählt. Der Vorsitzende des Aufsichtsrats war es, der Skripnik mit aller Macht im Amt gehalten hat. Bodes Alleingang hat Werder wichtige Monate gekostet und am Ende auch Skripnik nicht geholfen. Es gibt nur Verlierer bei Werder Bremen, ausnahmslos. Ein echtes Führungsdebakel.

Es bleiben nur Verlierer

Was bleibt? Ein Verein, der sich deutschlandweit lächerlich gemacht hat. Ein beschädigter (und sehr symphatischer) Ex-Trainer, der zweifelsohne die Werder-DNA hat, nun aber vielen Fans sehr negativ im Gedächtnis bleiben wird. Ein angezählter neuer Sportdirektor, der zwar behauptet, „alles im Griff“ zu haben, damit aber nur die Fans belustigt. Und ein „starker Mann“ im Hintergrund, der mit Vollgas in die Sackgasse gerast ist – trotz jeder Menge Warnsignale.

Und noch schlimmer: Werder hat es seit dem Last-Minute-Klassenerhalt im Mai geschafft, den Rückhalt der Fans zu verlieren – und das muss man in Bremen erst einmal hinkriegen. Die Mannschaft ist massiv verunsichert, hat keinerlei taktische Ausrichtung, beherrscht kaum Systeme und hat (auch wegen der vielen Verletzten) keine Abstimmung und keine Automatismen.

Jetzt soll Alexander Nouri übernehmen. Ihn in der aktuellen Situation als „Gewinner“ zu bezeichnen, kriege ich auch nicht hin. Sein Job ist alles andere als dankbar, es gibt sehr viele Handicaps im Kampf um den Klassenerhalt. Es gibt eben nur Verlierer.

Skripniks Taktik-Bluff und die Folgen

Werder Bremen bastelt weiter mit aller Kraft am Gesamtkunstwerk Bundesliga-Abstieg. Ein Werk, das schon einst von Thomas Schaaf und Klaus Allofs angelegt wurde und inzwischen diverse Handschriften trägt. Im Sommer wurde die Fertigstellung gerade noch so verschoben, nun wirkt der Anlauf aller Klubverantwortlichen aber so seriös wie nie zuvor.

Der Auftritt der Bremer heute in Mönchengladbach (1:4) war ein selten dagewesenes Ereignis und hinterließ selbst debakelerprobte „Sky“-Experten in der TV-Runde fassungslos. Ganz zu schweigen von den Fans im Stadion oder Leuten wie mir vor dem Fernseher. Was aber ist da eigentlich passiert?

Viktor Skripnik und sein Trainerteam hatten etwa probiert (was ihr gutes Recht ist). Und alles ging ganz höllisch schief, wie man es eigentlich nur als Kinofilmen kennt, die man dann Komödien nennt. Mit Ben Stiller als Clemens Fritz. Skripnik baute sein Team um, verpasste ihm eine neue Taktik – und war dann erster Augenzeuge der eigenen Beerdigung. Live und in Farbe.

Pressing ist gut – wenn man es kann

Werder war gegen Gladbach derart überfordert, dass man mit einem 0:3 nach 21 Minuten noch bestens bedient war. Dass die Gegentore nach Slapstick-Einlagen oder Fehler der allerschlimmsten Kategorie fielen, passte bestens ins Bild und keineswegs Zufall, sondern Ergebnis der komplett verfehlten Aufstellung und Taktik der Bremer. Man mochte kaum noch hinschauen.

Ich sage es mal so: Wenn ich kein Autofahren kann, würde ich mich nicht direkt im Stadtverkehr von Neudehli oder bei 200 km/h auf einer Autobahn ans Steuer setzen. Viktor Skripnik offenbar schon. Denn er verpasste seinem Team eine hochgradig riskate Verteidigungsvariante  mit frühem Pressing und einer extrem hoch stehenden Abwehr – dabei hat Werder schon mit recht risikolosen Abwehrvarianten größtmögliche Probleme. Und was passiert, wenn man das Kind, das nicht laufen kann, tanzen lässt, konnten die sicher sehr erstaunten Zuschauer im Borussia-Park erleben. Es wurde ein Schlachtfest.

Zusätzlich erschwerte Skripnik die Situation noch durch personelle Umstellungen: Der gelernte Außenverteidiger Robert Bauer musste auf die Doppelsechs rücken, neben Clemens Fritz, der ebenfalls kein „Sechser“ ist. Dafür musste Ulisses Garcia, der ewig keine Rolle mehr im Profiteam gespielt hat und in der Vorbereitung stets im zentralen Mittelfeld ran durfte, hinten links verteidigen. Auf einen echten Stürmer wurde gleich mal komplett verzichtet, dabei hatte Aron Johannsson als einer der wenigen Bremer beim 1:2 gegen Augsburg in der Vorwoche noch ordentlich gekickt.Für die vielen verletzten Stammspieler kann das Trainerteam nichts. Für den Umgang mit dem Rest des Teams aber schon.

Eine Baustelle mehr

Und weil Werder offenbar aus Skripniks Sicht noch nicht genug Baustellen hat, gab es noch einen Torwartwechsel. Felix Wiedwald, in dieser Saison bislang nicht überzeugend (und in der letzten insgesamt durchschnittlich) musste auf die Bank und Platz machen für Neuzugang Jaroslaw Drobny. Das ist Skripniks gutes Recht als Trainer, diese Maßnahme zu treffen – aber er muss auch wissen, was er damit auslöst. Für das Spiel war die Personalie freilich komplett egal, Drobny hielt ein paar Bälle wie Wiedwald, kassierte ählich viele Gegentore wie Wiedwald und verschuldete einen Elfmeter, den auch Wiedwald schon mal so verursacht hätte. Und jetzt hat Werder immerhin zwei angezählte Torhüter – und ist keinen Schritt weiter.

Aber zurück zur Bremer Taktik in Gladbach – oder dem, was davon zu sehen war. Sie war im Grunde das, was man im Pokern einen Bluff nennt. Man tut mal so, als sei man zu etwas in der Lage und hofft, dass es irgendwie nicht auffällt. Wenn’s zum Showdown kommt, ist man dann geradezu grotest bloßgestellt. So war es bei Werder. Nur leider war Gladbach davon nicht beeindruckt. Das Bremer „Pressing“ ging dermaßen nach hinten los, weil keine Abstimmung passte und weil kaum ein Spieler individuell ohne grobe Fehler auskam. So lief Werder mutig und unsortiert an und ließ Gladbach nahezu kampflos immer wieder blank vor dem eigenen Tor auftauchen. Selbst einfachste Befreiungsschläge der Gladbacher wurde Dank der Bremer Abwehrleistung zu tödlichen Pässen, wie beim 0:2.

Skripniks Idee, nach den desolaten Defensivleistungen der aktuellen (und weitgehend auch der letzten) Saison, nun noch mehr Risiko zu gehen, mag sich irgendwem erschließen, bei mir ist das nicht der Fall. Die erneut umformierte Defensive war noch fahriger und unsicherer als zuletzt – und das war für mich eigentlich kaum vorstellbar. Aber klar, woher sollen die Spieler Selbstvertrauen haben angesichts der Ergebnisse und Gegentore? Oder Automatismen angesichts der permanenten Umstellungen? Man kann in solchen Situationen mehr Stabilität oder mehr Risiko spielen, das entscheidet der Trainer. Am Ergebnis der Entscheidung muss er sich dann aber auch messen lassen.

Bremen, Nordkorea

Nach 21 Minuten stand es also 0:3, der „Käse war gegessen“, wie Skripnik anschließend sagte. Eine Reaktion von der Seitenlinie blieb aber aus. Weder wurde das Bremer Harakiri taktisch korrigiert (z.B. durch tiefere Stafflung oder eine Umstellung), noch wurde personell auf die Überforderung von Spielern wie Fallou Diagne, Theo Gebre Selassie oder Sambou Yatabare reagiert. Weitere 25 Minuten ließ Skripnik seine Mannschaften auf dem Rasen bluten, erst in der Pause erfolgten dann die nötigen Umstellungen. Mit „Erfolg“, wie Halbzeit zwei zeigte. Werder machte alles anders und vieles besser, auch wenn Gladbach sicher drei Gänge zurückgeschaltet hatte. Und das muss auch klar sein: Halbzeit zwei taugt nicht dazu, Werder für „eine Reaktion“ zu loben. Sie zeigt nur, wie falsch alles in Halbzeit eins war. Und dass Skripnik das genau so erkannt hat. Warum er das so spät korrigierte, ist sein Geheimnis.

Es gibt keine zwei Meinungen zu den Vorfällen in Gladbach. Selbst Frank Baumann musste das totale Taktiversagen nach dem Spiel einräumen, wenn auch erst auf mehrfache Nachfragen von „Sky“-Experte Christoph Metzelder, der sichtliche fassungslos die Fehler in der Bremer Taktik analysierte. Zuletzt hatte Baumann nach der Augsburg-Pleite noch verkündet, man habe „alles im Griff“. Zu einem ähnlichen rhetorischen Glanzlicht brachte es der sehr geschockt wirkende Sportchef dieses Mal nicht. Aus Gründen.

In Bremen überleben Trainer ja so manche Krise, das gilt besonders für Viktor Skripnik, der ja bekanntlich unter dem Schutz der mächtigen Werderaner Baumann und Aufsichtsratschef Marko Bode steht. Aber das Debakel von Mönchengladbach kann eigentlich kein Trainer überleben. Nicht ohne Superkräfte und nicht außerhalb von Nordkorea. Mal sehen, wo sich Werder da selbst verortet.

1:2 gegen den FCA: Werder in der Endlosschleife

Werder Bremen hat verloren. Nix neues, das gilt ja bisher für alle Pflichtspiele der Saison 2016/17, egal ob im Pokal beim Drittligisten, zum Ligastart bei den Über-Bayern oder nun eben im Weserstadion gegen den FC Augsburg. Verdient waren am Ende alle drei Pleiten, auch die bisher bitterste gegen den FCA.

Augsburg war insgesamt einfach das bessere Team in einem Bundesligaspiel, das mit der Note 4 ganz gut bedient war. Der FCA wirkte taktisch besser, war nach vorne gefährlicher und stand hinten sicherer. Bei Werder wurde es eigentlich nur über Serge Gnabry gefährlich, der ein sehr anständiges Debüt zeigte. Ebenfalls ein leichtes Lob an einem schlimmen Tag geht raus an Aron Johannsson, der das ganz vorne ordentlich machte (und noch einen Elfmeter verwandelte).

Schlimm bei Werder: Eine Führung, egal wie glücklich sie auch zustande kommt, gibt dem Team keinerlei Auftrieb oder gar Sicherheit, man wartet als Fan anschließend lediglich auf den zwangsläufigen Ausgleichstreffer. Der fällt, wenn dem Gegner mal spielerisch nichts einfällt, einfach nach Standardsituationen, so auch gegen den FCA. Es war mal wieder eine Ecke, die die Bremer nicht verteidigen konnte. Genau dies hatten Viktor Skripnik und sein Trainerteam in einer messerscharfen Analyse als große Schwäche der Vorsaison ausgemacht, in der Vorbereitung sollte dran gearbeitet werden. Sehen Sie selbst, meine Damen und Herren, wie es heute aussschaut in Sachen Standards.

Ohnehin wirkt Werder defensiv keinen Deut besser als im Vorjahr. Das mag man nun mit  neuem Personal erklären (Dreiviertel der Viererkette sind ausgetauscht worden), meine Kritik richtet sich aber keineswegs nur auf die Abwehrreihe. Insgesamt stimmt die Abstimmung nicht, die Absicherung auch nicht, das wirkt alles wie hangebastelt und hingewurschtelt. Dass große Teile der Saisonvorbereitung in diesen Bereich investiert wurden, ist nicht erkennbar.

Offensiv war das gegen den FCA auch nicht so toll, zu oft fehlten Ideen und Passgenauigkeit. Extrem auffällig war hier Clemens Fritz, der den Ballbesitz sehr oft unfreiwillig beendete und im Spiel nach vorne komplett effektlos blieb – zumindest aus Bremer Sicht. Auch Florian Grillitsch, von mir bekanntlich sehr geschätzt, wirkt aktuell formschwach und unsortiert. Das kann sich Werder aktuell nicht leisten. Es fehlt vor allem an einem starken Spieler in der Zentrale. Es fehlen die Alternativen.

Aus dem Bremer Offenbarungseid mag nun jeder selbst seine Schlüsse ziehen. Hat das Team nicht gekämpft, dem Trainerteam nicht zugehört? Hat der Coach das verbockt, oder der Torwart oder der Schiedsrichter? Die Antworten sind so egal wie das Eckball-Verteidigen für Werder – es geht ohnehin weiter. Mit dem Trainerstab, mit dem Personal, mit den Problemen. Hinein in eine englische Woche mit Gladbach, Mainz und Wolfsburg. Entscheiden Sie selbst, wie Sie das finden. Werder Bremen 2016, das wirkt für mich wie das Werder Bremen der letzten Jahre in der Endlosschleife. Das Murmeltier lässt grüßen.

Die Einzelkritik:

Wiedwald: Ach was weiß ich? Ist ein Torwart schuld, wenn er einen Freistoß genau ins Torwarteck bekommt? Ja, wahrscheinlich schon. Note 4

Gebre Selassie: Mal gut, mal schlecht in der Verteidigung. Und genau das reicht eben nicht, um drei Punkte zu holen. Note 4,5

Sané: Erneut ein schwacher Auftritt. Lässige Pässe, unnötige Foulspiele, ich erkenne da keinerlei Souveränität in den Aktionen des Senegalesen. Note 5

Caldirola: Bitter für Luca, er musste kurz vor Schluss verletzt raus. Und das sah ganz schlimm aus, nach eine ganz langen Pause. Das wäre sehr schade, denn Caldirola war für mich der beste Mann in Bremens Viererkette. Das war vielleicht nicht so schwer, aber er hat’s eben ordentlich gemacht. Gute Besserung. Note 3,5

Bauer: Ganz, ganz schwache erste Halbzeit, da kam er immer zu spät und ließ sich zu oft ausspielen. Dann etwas verbessert, am Ende blieb aber der schwache Eindruck. Note 5,5

Grillitsch: Weder ordnen, noch zweikampfstark, noch offensivstark – leider ein ganz blasser Auftritt der Bremer „Sechs“. Er kann es viel besser – und nur wenn er es besser macht, wird auch Werder besser auftreten. Note 5

Bartels: War kaum im Spiel, sehr unauffällig, insgesamt schwach. Note 5

Fritz: Man mag das für kämpferisch halten, was der Kapitän da macht, ich halte es momentan einfach für fußballerisch unzureichend. Viele Fehlpässe und Ungenauigkeiten, dazu kaum Dynamik und null Gefahr. Note 5

Junuzovic: Holte den Elfmeter gekonnt raus, war aber ansonsten sehr unauffällig. Erstaunlich, dass ein so wichtiger und guter Spieler so wenig eingebunden ist, dass Bälle und Verantwortung in Krisensituationen (und davon gab es viele) nicht bei ihm landen. Mitläufer statt Leistungsträger, wirklich bitter zu sehen. Note 4,5

Gnabry: Sehr ordentliches Debüt auf der Außenbahn. Mit seinen Dribblings leitete er immer wieder gute Szenen ein, auch wenn nich jede Aktion gelang. Ein Werder-Spieler mit Selbstvertrauen – das ist derart selten, das muss man ja schon honorieren. Note 3

Johannsson: Ich halte ja recht vom US-Isländer und wurde in dieser Sicht gegen den FCA halbwegs bestätigt. Gute Aktionen als einzige Spitze, dazu ein souverän verwandelter Elfmeter. Wenn ich mir vorstelle, Johannsson wäre Mittelstürmer in einem spielstarken Team… aber Schluss damit, er spielt bei Werder, aber war heute troztdem einer der Besten. Note 3,5

Hajrovic (eingewechselt): Kam für den müden Johannsson, spielte wie ein sehr müder Johannsson. Dribbelte einmal den Ball ins Seitenaus, weitere Aktionen sind mir nicht in Erinnerung geblieben. Nicht zu benoten

Thy (eingewechselt): Dass er den weitgehend überforderten Bauer erlöste, war seine beste Aktion. Nicht zu benoten

Petsos (eingewechselt): Hallo Thanos! Jetzt weiß ich wenigstens, dass es dich wirklich gibt. Nicht zu benoten